Geburtstag


Es ist so weit. Heute wird mein Blog zwei Jahre alt. Kinder, wie doch die Zeit vergeht.

Ich bedanke mich bei all meinen Lesern für die Treue und die lieben Kommentare.

Text: Monika Paulsen

Fotos: dreamies.de

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Frisch auf dem Büchermarkt


Aufgeblüht

30 Geschichten und Gedichte zur Frühlingszeit.

Erhältlich bei:

www.freunscht-media.de

Hier eine Lesprobe aus meiner Geschichte:

Die Osternacht

Die Hochzeit von Balduin und Marie lag nun ein Jahr zurück. Goldlock, Balduins Vater, war wenig erfreut über diese Verbindung, jedoch wurde dadurch endlich der jahrhundertealte Fluch gebrochen. Das war das einzig Erfreuliche an der Sache, wie er zu sagen pflegte, dennoch brodelte es im Inneren des Grafen. Eine Bürgerliche, hier auf seiner Burg, an seiner Tafel, dieser Gedanke war ihm einfach unerträglich. Er nutzte jede Gelegenheit, Marie zu drangsalieren.

Marie hingegen ignorierte seine Seitenhiebe und bemühte sich, mit der Etikette zurechtzukommen. Sie liebte Balduin über alles und konnte es immer noch nicht fassen, dass er sie ebenso begehrte. Jedes Mädchen träumte von einem Ritter in strahlender Rüstung, aber nur sie alleine hatte Glück.

In der Burg gab es einen Bereich, den sie unter gar keinen Umständen betreten durfte. Doch die Neugier brannte ihr auf den Nägeln. Wie zufällig führten ihre Schritte sie immer wieder in den Flügel, der durch eine Wache gesichert war.

Balduin?“, fragte Marie eines Tages beiläufig und spießte ein Stück Gänsebraten auf.

Ja, Liebes.“

Weißt du, wieso im Westflügel Wachen aufgestellt sind?“

Wieso?“, Balduin sah überrascht von seinem Teller auf. Heute speisten sie ohne Goldlock.

Ach, nur so. Ich bin heute durch die Burg geschlendert und auf Wachen gestoßen.“ Marie bemühte sich, möglichst beiläufig zu klingen.

Im Westflügel?“, er nahm einen großen Schluck Burgunder, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund und rülpste herzhaft. „Was wolltest du denn da?“ Balduin rutschte auf seinem Stuhl hin und her. Dabei verrutschte sein Beinkleid. Insgeheim hatte er schon viel früher mit dieser Frage gerechnet. Nervös fingerte er nach den Nestelbändern seiner Beinlinge und knüpfte sie wieder zusammen.

Draußen im Flur polterte es und eine herrische Stimme war zu vernehmen.

Beiseite du Wicht! Ich muss unverzüglich mit Graf Goldlock sprechen.“ Die eisenbeschlagene Eichentür wurde aufgestoßen und knallte an die Wand. Herein stürmte ein Ritter in einer verbeulten und staubigen Rüstung. Balduin warf ärgerlich sein Besteck auf den Teller, dass es schepperte und Marie schrie spitz auf.

Graf Goldlock, ich muss Euch unter vier Augen sprechen“, polterte er los, ohne auf die üblichen Höflichkeitsfloskeln zu achten.

Graf Goldlock ist nicht zugegen, wie Du siehst, entfernt dich.“

Die Sache duldet keinen Aufschub, Euer Gnaden.“

Jetzt nicht. Wir sind bei Tisch, warte, bis wir unser Mahl beendet haben“, damit wedelte Balduin mit der Hand, als wenn er eine lästige Fliege verscheuchen wollte. Während der Graf abwesend war, erwartete er, dass sein Sohn ihn vertrat, zur Vorbereitung auf die künftigen Aufgaben. „Diener, bring Ritter Kuno in den Blauen Salon. Er soll dort warten.“ Balduin schob sich eine Gabel voll Kohl in den Mund, beachtete Kuno nicht weiter und genoss seine Position. Marie schwieg und starrte auf ihren Teller. In ihrem Kopf flogen die Gedanken hin und her. Sie hatte Kuno schon oft auf der Burg gesehen, jedoch nie in solch einem desolaten Zustand. Gewöhnlich blinkte seine Rüstung und spiegelte den Besitz eines beträchtlichen Vermögens wider. Marie fragte sich, wie hoch das Einkommen eines Ritters eigentlich war. „Was mochte Kuno von Balduin gewollt haben?“, überlegte sie.

Der Graf stand auf und sofort war ein Diener zur Stelle, um den Stuhl zurückzuziehen. Mit eiligen Schritten verließ Balduin den Speisesaal, ohne ein weiteres Wort an Marie. Diese wartete, bis die Schritte ihres Mannes auf dem Flur verhallt waren und erhob sich ebenfalls.

Neben dem Audienzzimmer gab es eine Nische, die von einem schweren Wandteppich verdeckt wurde. Marie sah sich noch einmal um und schlüpfte hinein. In der Nische gab es eine kleine Klappe. Die junge Gräfin schob den Riegel beiseite, wie es vor ihr sicher schon viele Spione getan hatten, und begann zu lauschen.

Den Rest der Geschichte kann in „Aufgeblüht“ weitergelesen werden.

Text: Monika Paulsen

Foto: Freunscht-Media

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