Mein 55ster Geburtstag


Ach was war das schön.
Ich hatte schon lange keine Party mehr gegeben und fand, dass mein Jubeltag genau der richtige Anlass war, wieder einmal zu feiern. Und was habe ich gejubelt.
Die Einladungen waren ausgesprochen und der Tag des Ereignisses rückte immer näher. Da ich für diese Anzahl an Gästen, mit mir sollten es neun sein, keine Sitzgelegenheiten hatte, schaute ich mich um, wo es Bierzeltgarnituren und Pavillons gab. Denn schließlich sollte die Veranstaltung im Garten stattfinden und wir wollten ja nicht nass werden.
Zwei Tage vorher durchstöberte ich meine diversen Kochbücher. Da ich sonst nur für mich alleine kochte, war eine präzise Planung notwendig. Ich wollte grillen und dazu das Fleisch selber einlegen. Ebenso sollten die Sausen und Brote eigene Herstellung sein und nicht das herkömmliche Einerlei aus dem Geschäft. Ich schrieb eine Zutatenliste mit all den Dingen, die ich benötigen würde. Im nu war eine DIN A4 Seite voll geschrieben. Danach fuhr ich los und war fast den halben Nachmittag unterwegs, aber ich würde am nächsten Tag noch Mal los müssen, denn einige Dinge waren ausverkauft.
Am nächsten Tag arbeitete ich die Rezepte der Reihe nach ab, schnippelte Gemüse für die Salate und Spieße, rührte Dips und Soßen an und knetete den Teig für die Brote. Ruckzuck war der Tag um und an meinem Jubeltag waren nur noch Kleinigkeiten zu erledigen.
Gegen Abend sagten zwei Gäste ab. Ihnen sei etwas dazwischen gekommen und sie seien untröstlich.
Ja super! Konnte ich eine Stunde länger schlafen, denn die Rezepte, die ich noch bereiten musste, hatten sich erledigt. Auch fein!
Ich fuhr das Auto von der Auffahrt, damit ich das Carport nutzen konnte. Als Sicht- und Windschutz hängte ich eine Plane auf. Eine nicht ganz einfache Angelegenheit, wenn man damit alleine war. Aber was soll’s, wir wollten es ja morgen schön haben. Als ich die Bierzeltgarnitur aus packte, die mal gerade so in meinen Kleinwagen passte, bekam ich einen Schreck. Das Founier wölbte sich an einigen Stellen. Das hatte ich im Baumarkt nicht bemerkt und nun, am späten Samstagabend, konnte ich sie auch nicht mehr umtauschen gehen. Ich stellte sie trotzdem auf, was blieb mir auch anderes übrig und mit der Tischdecke drauf würde es schon gehen, hoffte ich.
Die Abmessung des Pavillons passte genau in Lücke zwischen Zaum und Hauswand, Schwein gehabt. Nur leider fehlten mir beim aufstellen drei Leute. Egal, es musste auch so gehen. Mühsam schob und zog ich das Ungetüm auseinander und stemmte die Plane abwechselnd die Beine hoch. Hinter mir klapperte etwas zu Boden, aber ich beachtete es nicht weiter. Verflickstes Ding. Die eine Ecke rutschte immer wieder runter. Als ich sie mir genauer an sah, wurde mir schlagartig klar, was da geklappert haben musste. An der Kappe, die die Stangen zusammenhalten sollte, war ein Stück abgebrochen. Ich brachte alles wieder auf Ausgangsposition, steckte es in die Tasche und schleppte das schwere Ding in den Schuppen. Hoffentlich regnet es morgen nicht.

Der erste Gast kam kurz nach Mittag. Er hatte nur für einen schnellen Cappuccino Zeit und war auch schon wieder weg. Hervorragend, nun würde der Kuchen auf jeden Fall reichen, wir waren drei Personen weniger. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Aber wie konnte ich auch so eine abwegige Idee kommen, meinen Geburtstag an einem Sonntag feiern zu wollen.
Kurz vor der Kaffeezeit riefen drei Gäste an, sie würden etwas später kommen, ob das ein Problem sei. Aber mit nichten, wir warten dann eben.
Pünktlich um 15:00 Uhr kam der zweite Gast an diesem Tag. Ich vertröstete ihn und berichtete, dass wir mit dem Kaffee noch einen Augenblick warten mussten. Und wir warteten … warteten. Gegen 16:30 Uhr setzt ich Kaffee für zwei auf, weil ich fand, wir hatten lange genug gewartet.
Es wurde Zeit den Grill vorzubereiten und die Kohle anzuzünden.
Hatte ich erwähnt, die drei verspäteten Gäste waren nicht nur zu spät, sondern blieben ganz aus. Wunderbar, für zwei waren Fleisch und Salate durchaus ausreichend.
Kluge Köpfe sehe ich schon nachrechnen. Richtig, die fehlende Person glänzte durch Abwesenheit, unentschuldigt.
Wenn ich es mir genau überlegte, hatte ich nun für die nächsten zwei Wochen reichlich Speisen und brauchte mir nicht das Hirn zermartern, was ich denn bloß wieder kochen sollte.
Nachdem ich eine Woche verbissen die Reste verzehrt hatte, warf ich das Übrige in der zweiten Woche weg, weil es allmählich verdorben war. Die zwei fünf-Liter-Bierfässchen waren lange abgelaufen ehe ich sie aus getrunken hatte, aber sie waren noch genießbar.
Fazit: Das war die letzte Party bei mir. In Zukunft plane ich nur für mich.
DANKE MEINE FREUNDE … und Tschüss!

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